Was kostet eine Website für die Arztpraxis?
Der Preis hängt vor allem davon ab, wer die Website baut und was sie können soll – von der Eigenregie bis zur Agentur. Diese Übersicht schlüsselt die üblichen Preismodelle auf, zeigt die laufenden Kosten und rechnet ein Beispiel über fünf Jahre durch.
Die drei üblichen Wege und was sie kosten
Die Preisspannen unten sind Marktwerte, keine Angebote. Sie zeigen vor allem eines: Was eine Praxis-Website kostet, hängt weniger vom Umfang ab als von der Frage, wer die Arbeit macht.
Baukasten in Eigenregie
15–40 € pro Monat
Anbieter wie Wix, Jimdo oder Squarespace werben mit günstigen Monatspreisen. Was dabei oft übersehen wird: Der eigentliche Preis ist Ihre Zeit. Rechnen Sie mit vielen Abenden für Layout, Texte, Bilder und Technik – und das Ergebnis sieht häufig trotzdem nach Vorlage aus.
Zu bedenken: Die Abo-Kosten laufen dauerhaft weiter, und die Verantwortung für DSGVO-konforme Einstellungen liegt vollständig bei Ihnen.
Freelancer
1.000–2.000 € einmalig
Ein guter Freelancer liefert deutlich individuellere Ergebnisse als ein Baukasten: Design, Texte und Technik entstehen für Ihre Praxis statt aus der Vorlage. Die Qualität schwankt allerdings stark.
Zu bedenken: Die Verfügbarkeit ist ein Risiko. Braucht die Website in zwei Jahren ein Update, ist die Person vielleicht nicht mehr erreichbar. Referenzen prüfen, idealerweise aus dem medizinischen Bereich.
Agentur
800–2.000 € einmalig, je nach Umfang
Agenturen bieten den vollständigsten Service: Konzept, Design, Texte, Technik, Datenschutz und laufende Betreuung aus einer Hand. Bei spezialisierten Agenturen kommt Branchenwissen dazu, etwa welche Informationen Patienten wirklich suchen und welche rechtlichen Anforderungen für Praxis-Websites gelten. Die meisten Arztpraxen benötigen keine komplexen Funktionen wie Online-Terminbuchung, weshalb sich der Preis meist am unteren Ende dieser Spanne bewegt.
Zu bedenken: Ein schriftliches Angebot mit klar aufgelistetem Leistungsumfang zeigt vorab, was tatsächlich im Preis enthalten ist.
Die laufenden Kosten realistisch gerechnet
Unabhängig davon, wer die Website baut: Ein paar Posten fallen dauerhaft an. Viel ist es nicht, aber es gehört ins Budget.
| Posten | Typische Kosten |
|---|---|
| Domain (z. B. .de) | 10–20 € pro Jahr |
| SSL-Zertifikat | meist bereits inklusive |
| Hosting | 0–20 € pro Monat |
| Wartung & Pflege (optional) | nach Aufwand oder Vertrag |
Domain, SSL und Hosting fallen praktisch immer an – bei Baukasten-Anbietern meist im Abo enthalten, sonst oft nur wenige Euro im Monat. Wartung & Pflege ist dagegen optional.
Beispielrechnung über fünf Jahre
Monatspreise wirken klein und summieren sich trotzdem. Zwei typische Wege im direkten Vergleich – einmal ein Mietmodell für 30 € pro Monat, einmal eine einmalig bezahlte Website ohne weitere monatliche Kosten:
| Posten | Mietmodell | Einmalig bezahlt |
|---|---|---|
| Einmalige Kosten | 0 € | 1.500 € |
| Pro Monat | 30 € | 0 € |
| Nach 3 Jahren | 1.080 € | 1.500 € |
| Nach 4 Jahren | 1.440 € | 1.500 € |
| Nach 5 Jahren | 1.800 € | 1.500 € |
Vorsicht bei hohen Monatsraten mit langer MindestlaufzeitAuf drei bis fünf Jahre gerechnet zahlen Sie dort oft ein Vielfaches einer einmalig bezahlten Website – ohne sie am Ende zu besitzen.
Die häufigsten Kostenfallen
- Bezahlen vor dem ErgebnisDer Klassiker: unterschreiben, bevor klar ist, wie die Website aussehen wird. Enttäuscht das Ergebnis, gilt der Vertrag trotzdem.
- Versteckte ZusatzkostenTexte, Fotos, Datenschutz-Einrichtung oder spätere Anpassungen kosten bei manchen Anbietern extra. Ein vollständiges Angebot vorab schafft Klarheit.
- Abo-Modelle mit langer MindestlaufzeitMonatlich klingt günstig. Entscheidend ist die Summe über die gesamte Laufzeit – und die Frage, wem die Website danach gehört.
- Kein Eigentum an der WebsiteBei manchen Baukasten- und Mietmodellen bleibt beim Kündigen nichts übrig – Inhalte, Design, teils sogar die Domain.
Fünf Fragen vor der Beauftragung
Diese fünf Punkte machen Angebote vergleichbar – unabhängig davon, ob sie von einem Baukasten-Anbieter, einem Freelancer oder einer Agentur stammen:
- Was kostet die Website insgesamt – inklusive Texten, Bildern und Einrichtung?
- Wem gehören Website, Inhalte und Domain nach der Fertigstellung?
- Welche laufenden Kosten fallen an, und wofür genau?
- Wer kümmert sich um Updates, Erreichbarkeit und Datenschutz?
- Sehe ich das Ergebnis, bevor ich mich vertraglich festlege?
Eine Praxis-Website ist eine Anschaffung mit langer Laufzeit. Wer diese Fragen schriftlich beantwortet bekommt, kann Preise realistisch einordnen – und weiß vor der Unterschrift, was er bekommt.
Hinweis zu den genannten PreisenAlle Beträge in diesem Beitrag sind unverbindliche Richtwerte auf Basis marktüblicher Preise und dienen der Orientierung. Der tatsächliche Preis hängt vom individuellen Umfang ab und wird immer vorab schriftlich vereinbart.
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